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Informationen

Alles, was du ĂĽber den Therapie-Simulator wissen musst

Was ist das?

Ein Trainingstool für Psychologie-Studierende, um Gespräche mit KI-generierten Patient:innen zu üben – in einer sicheren Umgebung und ohne Druck. Die simulierten Patient:innen reagieren auf deine Fragen und zeigen Verhaltensweisen, die auf klinischen Symptomen basieren. Es handelt sich um einen Prototyp, also eine unausgereifte Version des Simulators.

📝 Feedback geben


Wie funktioniert es?

Sitzung starten:

  • Klicke auf der Startseite auf "Sitzung starten"
  • Ein:e Patient:in mit zufällig generierten Symptomen wird erstellt
  • Du siehst eine kurze Beschreibung, wie die Person den Raum betritt

Gespräch führen:

  • Tippe deine Fragen oder Aussagen in das Textfeld
  • Dein GegenĂĽber antwortet basierend auf seinem Symptomprofil
  • Du kannst selbst entscheiden, wie du das Gespräch fĂĽhrst: diagnostisch, als empathisches Erstgespräch oder zum Ăśben einer bestimmten Technik
  • Die Uhr steht anfangs auf 9:00 Uhr. Jede Nachricht fĂĽgt 5 Minuten hinzu
  • Das Gespräch dauert eine Stunde (12 Nachrichten)

Feedback erhalten:

  • Am Ende wirst du aufgefordert, eine diagnostische Einschätzung zu machen
  • Basierend darauf und auf dem Gesprächsverlauf erhältst du ein Feedback
  • Das Feedback kannst du als PDF herunterladen

Am Ende hast du die Möglichkeit, mir (dem Entwickler) ein Feedback zu hinterlassen. Dafür bin ich sehr dankbar, da es mir dabei hilft, herauszufinden, was funktioniert und was nicht.


Gut zu wissen

Kein Ersatz fĂĽr echte Ausbildung: Dieser Simulator ist ein Ăśbungswerkzeug und ersetzt keine klinische Ausbildung, Supervision oder echte Patientenkontakte.

KI-Limitationen: Die simulierten Patienten werden von Sprachmodellen generiert. Gelegentlich können Antworten inkonsistent oder unrealistisch sein – das liegt in der Natur der Technologie.

Datenschutz: Deine Gespräche werden temporär gespeichert, um dir am Ende Feedback geben zu können. Es werden keine personenbezogenen Daten erhoben. Schreibe trotzdem keine sensiblen persönlichen Daten in den Chat.


Hintergrund

Das Tool soll kein Ersatz für echte Gespräche darstellen und auch nicht den Eindruck erwecken, vollständig realistische Gespräche simulieren zu können. Um gezielt bestimmte Fähigkeiten zu trainieren, ist dies aber auch nicht nötig. Die Forschung zeigt, dass Simulatoren auch ohne hohe Wiedergabetreue (Fidelity) Lerneffekte ermöglichen. Entscheidend ist die psychologische Fidelity – also Trainingsumgebungen, die dieselben mentalen Prozesse erfordern wie reale Aufgaben (Kozlowski & DeShon, 2004).

Der Simulator könnte sich also zum Üben bestimmter Aspekte der Gesprächsführung eignen: Zum Beispiel zur Strukturierung, zu Fragetechniken oder einer wertschätzenden, ressourcenorientierten Gesprächsführung.

Was steckt technisch dahinter?

Für jedes Gespräch wird ein zufälliger Charakter generiert mit Name, Alter, Beruf und einem Symptom aus dem AMDP-Manual. Die Patient:in hat also in diesem Prototyp ein prominentes Symptom, kein realistisches Störungsbild. Zusätzlich werden zufällige Werte für die Krankheits-Einsicht, Reflexivität und das Grundvertrauen generiert. Diese Charakter-Infos werden zusammen mit Instruktionen an ein KI-Sprachmodell (Claude von Anthropic) gegeben, das sich dann wie die Patient:in verhält.

Das AMDP-System

Die Symptome der simulierten Patienten basieren auf dem AMDP-System (Arbeitsgemeinschaft fĂĽr Methodik und Dokumentation in der Psychiatrie). Dies ist ein standardisiertes System zur Erfassung psychopathologischer Befunde, das im deutschsprachigen Raum weit verbreitet ist.

Das System unterteilt Symptome in Kategorien wie Bewusstsein, Orientierung, Aufmerksamkeit, Gedächtnis, formales Denken, Befürchtungen, Zwänge, Wahn, Sinnestäuschungen, Ich-Störungen, Affektivität und Antrieb.

Die Entstehungsgeschichte

Die Idee entstand, als ich während meines Master-Studiums eine echte Beratung durchgeführt habe. Ich war unsicher und habe spontan versucht, das Gespräch mit ChatGPT zu üben – vor allem Gesprächsstruktur und bestimmte Techniken. Die Gespräche waren weit weg von realistisch, aber ich war überrascht, wie viel mir das Üben trotzdem geholfen hat.

Später kam die Idee zurück bei einer AMDP-Prüfung: ein Gespräch auf Video anschauen und Symptome erfassen. Ich dachte: Es wäre cool, das mit KI-Patienten zu üben. Die Idee hat mich nie losgelassen – also habe ich sie bei der ersten Gelegenheit umgesetzt. Ohne grosses Ziel vor Augen, sondern eher aus Neugier: Kann so etwas funktionieren?


Ethik & Transparenz

Nutzung von KI-Modellen: Der Simulator nutzt das Sprachmodell Claude von Anthropic. Aufgrund teils fragwürdiger Praktiken grosser KI-Unternehmen ist die Nutzung kritisch zu sehen. Für den Prototyp habe ich ein leistungsfähiges Modell gewählt, um zu testen, was möglich ist. Eine Umstellung auf ein ethisch weniger problematisches Modell ist möglich.

Datenverarbeitung: Alle Chat-Nachrichten werden an die Server von Anthropic gesendet. Anthropic behauptet, diese Daten nicht zum Training zu verwenden – verlässlich ist das aber nicht. Schreibe deshalb keine sensiblen Daten in den Chat.

Simulation von Menschen: Es werden hier Gespräche mit echten Menschen simuliert, die keine echten Menschen sind. Das birgt Risiken: Es können falsche Eindrücke über menschliches Verhalten entstehen. Zudem können sensible Gesprächsinhalte etwas bei dir auslösen. Falls das passiert, nimm bitte Kontakt mit mir auf – als Psychologe biete ich gerne Unterstützung an.


Ausblick

Dieser Prototyp beschränkt sich auf ein relativ kurzes Gespräch mit anschliessender Verdachtsdiagnose. Mögliche Erweiterungen:

  • Verschiedene Gesprächsarten: Spezifische Techniken ĂĽben mit passendem Feedback
  • Bessere Datenbasis: Studien zu Wirkfaktoren hinterlegen fĂĽr realistischeres Verhalten
  • Flexibler Charakter-Generator: Realistische Patienten fĂĽr verschiedene Kontexte
  • Ăśber Therapie hinaus: Gesprächstechniken fĂĽr Coaching und Beratung ĂĽben

Kontakt

Bei Fragen, Feedback oder wenn dich etwas beschäftigt: herr.rey@gmail.com